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Regisseurin Stephanie Kuhlmann und Bühnenbildner Hank Irwin Kittel haben eine überzeugende Lösung für die Herausforderungen des Werks gefunden. Ihre Inszenierung spaltet die Titelfigur in mehrere Darstellerinnen auf: Candela Gotelli singt die María mit warmer, ausdrucksstarker Stimme, während Silvina Machado ihren Schatten tanzt. Dagmar Hunzinger und Elli Treptow verkörpern vergangene Inkarnationen. [...]
Die Bühne mit ihren schwarz-weißen Kacheln evoziert die geometrische Strenge der Milongas, wird aber durch die Regie dynamisiert. [...]
Eine theatral überzeugende Idee, die das Wesentliche des Stücks erfasst: Der Tango ist nicht nur Musik, sondern Schicksal.
Larissa Gawritschenko und Thomas Janda
Orpheus, November / Dezember 2025
Im großen und auffallend gut besuchten Theater Erfurt hagelte es nach der Premiere Blumen, Begeisterungsrufe und frenetischen Beifall.[...]
Es ist der am Theater Erfurt bisher vor allem als Regisseurin für Junges Theater geschätzten Stephanie Kuhlmann hoch anzurechnen, dass sie "María de Buenos Aires" nicht aus der Perspektive des mitteleuropäischen Feminismus betrchtet. [...] Sonst agieren die Frauen mit den Männern wie im Tango fast immer auf Augenhöhe, bewahren auch in der Erniedrigung persönlihen Stolz und Energie. [...]
Am Ende stehen mehrere María-Inkarnationen aller Lebensalter an der Mitte und machen sich davon. Das "Tango-Märchen" ist aus - das Martyrium der Frauen, ihr von nur kurzer Lust durchbrochenes Leiden, nicht.
Roland H. Dippel
Concerti, 27.09.2025
Für die eigentlich handlungsarme, modern und nonlinear, aber ungemein poetisch erzählte Geschichte des namhaften Libretto-Dichters Horacio Ferrer findet Regisseurin Stephanie Kuhlmann szenische Äquivalente in jenseitigen Traumspiel-Sequenzen. Sie lässt Raum für den Tanz, der nicht immer zwangsläufig und stets Tango heißen muss. Da darf auch mal eine Emanation Mariens aus der Ritze einer riesigen Ottomane in die Manege eines "Psico Circo" treten.
Wolfgang Hirsch
Thüringer Allgemeine, 28.09.2025
Die Regie versteht es, die fragmentarische Struktur des Werks nicht als Schwäche zu kaschieren, sondern als ästhetisches Prinzip zu begreifen. Hier wird nicht linear erzählt, sondern in Spiralen gedacht - ganz im Sinne jener lateinamerikanischen Erzähltradition, die Realität und Traum, Mythos und Geschichte zu einem magischen Gewebe verwebt.
Kuhlmanns Regie löst die narrative Fragmentierung durch Personenspaltung. [...]
Stephanie Kuhlmanns Inszenierung gelingt das Kunststück, die Form des Werks zu respektieren und zugleich eine theatrale Sprache zu finden, die berührt. Das Ergebnis ist ein Gesamtkunstwerk, das Musik, Tanz und Poesie miteinander verschmilzt.
Larissa Gawritchenko und Thomas Janda
Online Merker, 28.09.2025
Der tollste Einfall der Inszenierung aber war ohne Zweifel die Aufsplittung der Titelrolle, gespielt von der bravourösen Candela Gotelli, die zwei starke junge Tänzerinnen an die Seite gestellt bekam und so eine besonders innige Bühnenpräsenz erhielt.
Ingo Eckart
Thüringer Allgemeine, 08.01.2026
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