• Susanne Rösch

Die Großmutter, die Unke, die Fee und alle anderen - oder: Wie ich drei Rollen in einem Stück spiele


Zur Zeit spiele ich in Stephanie Kuhlmanns Inszenierung vom "Räuber Hotzenplotz" - und das gleich in drei Rollen! Der Anspruch an mich selbst als Schauspielerin ist hierbei natürlich, die Rollen in Stimmfarbe und Körperlichkeit so unterschiedlich wie möglich zu gestalten.

Da ich gern in die Charge gehe, wenn es das Stück erlaubt, hatte ich z.B. sofort die Idee der starken stimmlichen Veränderung / Verstellung bei der Großmutter (ältere Damen sprechen ja manchmal mit recht hoher Stimme). Ich bin froh, dass Steffi mir die Angst genommen hat, dass eine körperliche Veränderung nicht reichen würde. Ich sollte also "meine" Stimme bei der Großmutter behalten und bin nicht in die Komplett-Charge gegangen.

Für die Unke haben wir die Sprache leicht verändert (nämlich alle "u"s ausgestellt), die Körperlichkeit der Unke wurde durch das Kostüm sehr begünstigt. Ein Kollege hat durch einen witzigen Einfall (danke, Dennis) noch ein wunderbares Detail zur Rolle hinzugefügt, so dass die Hüpfbewegungen der Unke nun mit "ribbit" (engl. für "Quak")-Geräuschen unterlegt werden.

Bei der Rolle der Fee musste zunächst ein Kostüm gerettet (DANKE, Frau Regisseurin) und das Missverständnis der zwei Heidis geklärt werden (es macht einen Unterschied, ob man bei der Rollengestaltung an Heidi Klum oder Ziegenpeters Heidi denkt). Hier hat Steffi mir weitgehend freie Hand gelassen und glücklicherweise haben wir einen ähnlichen Humor.

Wieder eine neue Erfahrung: Auch wenn ich drei Rollen in einem Stück spiele, die ich möglichst weit voneinander absetzen will, muss ich nicht in die Komplett-Charge gehen, sondern kann mich darauf verlassen, die Rollen auch feiner zu differenzieren. Dank einer tollen Regie :-)

Susanne Rösch spielt bei den Rosenberg Festspielen in diesem Sommer außerdem die Ariana in "Don Camillo und Peppone" und Gräfin Almaviva in "Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit". Bei den Kammertheatertagen wird sie in dem Solo-Stück "Mondscheintarif" zu erleben sein.

Foto: Frank Wunderatsch

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